EcoHouse: Entwurf eines nachhaltigen Hauses mit Rhino und VisualARQ

Bei VisualARQ sind wir immer wieder begeistert zu sehen, wie Architekten Rhino und VisualARQ verwenden, um durchdachte, baubare Designs zum Leben zu erwecken. Ein inspirierendes Beispiel ist EcoHouse, ein kleines Wohnprojekt in Florianópolis, Brasilien, entworfen von den Architekten Affonso Orciuoli und Marcelo Leal. Das als Experiment für nachhaltiges Wohnen konzipierte Haus zeigt, wie sorgfältiges Design, Materialeffizienz und digitale Präzision zusammenwirken können, um Architektur mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck zu schaffen.

Campeche Ecohouse
Foto: Lise Longo

Das in der Nähe des Strandes von Campeche auf der Insel Florianópolis gelegene EcoHouse wurde so konzipiert, dass die Auswirkungen der Bauarbeiten auf den Standort und die umliegende Landschaft möglichst gering sind. Mit Ausnahme seines Fundaments aus Stahlbeton wurde das gesamte Haus unter Verwendung Autoklav-behandelten Kiefernholzes erstellt, wobei einige Wände mit Gipskarton verkleidet wurden. Aluminiumrahmen mit Fliegengittern begünstigen die natürliche Querlüftung und tragen zum Erhalt des thermischen Komforts ebenso bei wie zu einer verringerten Abhängigkeit von mechanischen Systemen.

Einer der Hauptgedanken hinter dem Projekt war es, ein kleinstmögliches Haus zu bauen, um so viel freie Fläche wie möglich für den Garten zu bewahren. Das Ergebnis ist ein kompaktes und doch großzügiges Raumerlebnis: Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Esszimmer und Küche sind in einen einzigen offenen Bereich integriert, der sich auf einen Balkon und eine Terrasse erstreckt. Dieser fließende Übergang zwischen Innen und Außen war beabsichtigt. Die Architekten wollten die Grenzen zwischen Haus und Garten und sogar zwischen dem privaten Raum und der umliegenden Nachbarschaft verwischen, um ein Gefühl der Kontinuität statt Abgeschlossenheit zu schaffen. Das Badezimmer befindet sich im Erdgeschoss, während sich im Obergeschoss ein offenes Schlafzimmer ohne Türen befindet, das die Idee der räumlichen Offenheit verstärkt.

Campeche Ecohouse
Foto: Lise Longo

Nachhaltigkeit war nicht nur für das Designkonzept, sondern auch für das Bausystem von zentraler Bedeutung. Die Holzrahmenbauweise ermöglichte ein leichtes, schnelles Bauen mit hoher Wärme- und Schalldämmung, die durch Steinwollisolierung verbessert wurde. Das Projekt befasst sich auch auf innovative Art und Weise mit der Regenwasserbewirtschaftung. Anstatt den Boden mit undurchlässigen Oberflächen zu versiegeln, legte das Team eine 40 cm dicke Drainageschicht aus Bauschutt an. Diese kostengünstige Lösung ermöglicht eine natürliche Absorption des Regenwassers und trägt dazu bei, dass der Boden mit dem für diese Strandlage typischen hohen Grundwasserspiegel interagiert und somit die Gefahr von Überschwemmungen verringert wird. Ein begrüntes Dach und ein tropischer Garten verstärken den ökologischen Ansatz des Projekts, so dass das Haus von oben als Teil einer durchgehenden Grünfläche erscheint.

Abgesehen von seinen Umweltstrategien regt das EcoHouse auch eine andere Denkweise über den Wohnraum an. Es stellt herkömmliche Vorstellungen von Sicherheit, Abgeschlossenheit und Ausschweifung in Frage, indem es sich zum Garten und zur Straße hin öffnet und Transparenz und den Dialog mit der Nachbarschaft gegenüber Mauern und Barrieren bevorzugt. In diesem Sinne ist das Projekt nicht nur ein Haus, sondern auch eine Aussage darüber, wie wir besser vernetzte und nachhaltigere Städte bauen können.

Ecohouse in Campeche
Foto: Lise Longo

Für den Entwurfs- und Entwicklungsprozess spielten Rhino und VisualARQ eine grundlegende Rolle. Dem Architekten Affonso Orciuoli zufolge war das Team bestrebt, die verwendeten Materialien genau zu kontrollieren, um möglichst wenig Abfall zu erzeugen. Die Materiallisten von VisualARQ waren für das Erreichen dieses Ziels von entscheidender Bedeutung, da sie die Informationen lieferten, die zur Optimierung der Ressourcen und zur Rationalisierung der Konstruktion benötigt wurden. Die Software half auch bei der Festlegung der Bauschritte und trug so zu einem effizienten Bauprozess bei, der es ermöglichte, das Haus in nur zwei Monaten mit nur drei Personen vor Ort fertig zu stellen.

EcoHouse zeigt, wie digitale Werkzeuge eine verantwortungsvollere Architektur unterstützen können – eine Architektur, die effizient, anpassungsfähig und tief in ihrer Umgebung verwurzelt ist. Das Haus wurde als flexible Struktur konzipiert, die im Laufe der Zeit erweitert werden kann, mit der Absicht, Materialien während der gesamten Lebensdauer wiederzuverwenden. In diesem Sinne ist es mehr als ein kompaktes Heim: es ist ein Modell für nachhaltiges Bauen, das Geschwindigkeit, Präzision und Umweltbewusstsein in Einklang bringt.

Anmerkung:Casa Ecológica Campeche / Affonso Orciuoli + Marcelo Leal, arquitetos wurde als Kandidat für ArchDaily Brasil’s „Prêmio Obra do Ano 2026“ (Gebäude des Jahres 2026) in der Kategorie Häuser ausgewählt.

Siehe auch das in der VisualARQ-Galerie veröffentlichte Projekt.